Von Schmetterlingen und Regenbögen – Wie gehen Kinder mit dem eigenen bevorstehenden Tod um?

Kinder verarbeiten Tod

Es ist ein Thema über das niemand gern redet, denn immer mit vielen Emotionen verbunden. Nichtsdestotrotz meint das Schicksal es manchmal nicht gut mit einigen Familien. Kinder werden krank, sterbenskrank. Dass diese Situation für Eltern ohnmachtserweckend ist, klingt einleuchtend. Aber wie gehen Kinder mit dem eigenen bevorstehenden Tod um?

Kinder lehren uns jeden Tag. Wenn wir Kindern mit offenen Augen und Herzen begegnen, dann lernen wir mehr von ihnen, als sie von uns.

Selbst dann, wenn sie sterben.

Auch Kinder sterben. Ob durch Unfälle oder Krankheiten oder auch einfach so- auch das passiert. Vermeiden können wir es nicht, nur versuchen es zu umgehen, möglichst den Gefahren aus dem Weg zu gehen, das Risiko zu minimieren. Leider gelingt es nicht immer.

Wenn Kinder eine Krankheit haben, die zum nahen Tod führen wird, sind die Kinder wirklich zu außergewöhnlichen Leistungen fähig.

„Je nach Art der Erkrankung nimmt der kleine Mensch seine Situation unterschiedlich bewusst wahr. Oftmals kann diese Wahrnehmung von Außen nicht einmal erfasst werden. Viele Kinder sind jedoch geistig völlig gesund, spüren nicht nur ihren körperlichen Zerfall, sie müssen extreme Schmerzen aushalten. Sie nehmen ihre Einschränkungen anderen Kindern gegenüber wahr, sie erkennen die Anspannung der Eltern, ihre Sorgen, ihre Ängste – und dann …

…erscheint es wie ein Wunder…

…dass diese kleinen Menschen nicht resignieren, sondern ihre Situation ertragen lernen. Sie spielen und lachen wie jedes andere Kind auch, sie sind neugierig, nehmen ihre Umwelt wahr, sie entwickeln Interessen und schaffen es, viele Anforderungen trotz ihrer körperlichen Einschränkung zu meistern. Obwohl sie soviel mehr Energie aufbringen müssen, gelingt ihnen das Unfassbare: sie schaffen es, andere Menschen mit ihrer unbändigen Lebenskraft und Freude zu stärken und zu beschenken.“
( Quelle: portalgesund. de )

Gefühlschaos

Viele Kinder sind besonders stark. Für ihre Eltern, die heimlich immer wieder weinen, und denken, ihre Kinder bekommen das nicht mit.
Für die Freunde, die kaum noch zu Besuch kommen, weil sie nicht wissen was sie sagen sollen. Für die ganze Welt, die ein wenig dunkler wird, wenn man weiß, das ein Kind sterben wird.

Aber auch Wut und Verzweiflung können in manchen Kindern immer wieder zum Ausbruch kommen. Wut über die Machtlosigkeit des bevorstehenden Todes. Ihre Aggression richtet sich dann oft gegen die Eltern oder die Ärzte.
Erst ab ca. 10 Jahren haben Kinder eine realistische Vorstellung vom „Tod sein“ und reagieren dementsprechend. Die jüngeren Kinder setzen es mit „nicht da sein“ oder mit einem vorübergehender Zustand gleich.

Wie geht es weiter?

Kinder haben eine ziemlich genaue Vorstellung davon, wie es nach dem Tod weitergehen wird. Jenseits, Himmel, neues Leben, wieder geboren als Mensch – einige Kinder möchten darüber reden oder es malen. Immer wieder werden Schmetterlinge oder Regenbögen gemalt. Es sind Darstellungen für die Veränderungen, die sie erwarten und was sie sich selbst erträumen.
Es ist ihnen ein Bedürfnis, darüber zu sprechen, zu fantasieren. Verständlich, dass es manche Eltern in dieser tragischen Zeit oftmals eher vermeiden, darüber sprechen zu müssen.
Dabei wäre es so wichtig.

Der sichere Ort

Die meisten Kinder sterben zu Hause. In einer Umgebung, in der sie sich sicher fühlen, wo alles vertraut ist. Dort können sie palliativ (lindern anstatt heilen) genauso versorgt werden, wie im Krankenhaus.
Kinderhospize verstehen sich nicht als „Sterbehäuser“. Vielmehr versuchen sie, neben der Betreuung des kranken Kindes auch Eltern und Geschwister zu unterstützen. Die Familien bekommen so eine gewisse Erholungszeit.

Die 5 Phasen des Sterbens

Jeder Tod ist anders, jeder Mensch stirbt anders. Trotzdem hat eine bekannte Wissenschaftlerin versucht, das Sterben in fünf Phasen einzuteilen: Elisabeth Kübler-Ross .
Die bekannte schweizerisch-US-amerikanische Psychiaterin und Sterbeforscherin konnte folgende Phasen wiederholt bei Sterbenden erkennen:

Phase 1 : „Nicht-wahrhaben-wollen“
Es wird nach Fehlern gesucht, nach Verwechslungen.

Phase 2 : „Frage nach dem Warum“
Oft gepaart mit Zorn und „warum ich“

Phase 3: „Wunsch nach Aufschub“
Verhandlung mit den Ärzten und Gott.

Phase 4: „Trauer um vergebene Chancen“
Dinge, die noch erlebt oder geregelt werden müssen.

Phase 5: „Abkopplung von der Umwelt“
Ruhe und Rückzug

Diese Phasen erkennt man auch bei Kindern wieder, manche verändern, manche werden übersprungen.

Zum Abschluss bleibt zu sagen :
Für Kinder ist der Tod oft weniger bedrohlich als für Erwachsene. So kann es vorkommen, dass sterbende Kinder ihre Eltern trösten.

Solltet ihr Fragen zum Thema Tod haben, mailt uns doch gern an mamagogik@gmail.de was ihr auf dem Herzen habt. Sabine wird versuchen eure Fragen zu beantworten oder euch weiterzuhelfen.

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