Kindgerecht: „Warum gibt es Krieg?“

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In unserer Reihe „Kindgerecht“ möchten wir euch Beispiele zeigen, wie ihr auch anspruchsvolle Dinge mit Kindern bedürfnisorientiert besprechen könnt.

Hannah, 8 Jahre alt, fragt:

„Warum gibt es Krieg?“

 

Luisa:

„Hallo Hannah!

Es ist komisch, wenn Erwachsene sich bekämpfen, oder?
Du wunderst dich, warum sie das machen und garnicht aufhören.

Hast du mal erlebt, wie Kinder sich streiten?
Manchmal schreien sie sich an.
Oder sie bedrohen sich.
Und wenn ihre Wut im Bauch zu groß wird, dann prügeln sie sich auch.
Kinder wissen, wenn sie sehr jung sind, noch nicht, was sie sonst machen sollen, wenn die Wut so groß ist.
Außerdem kennen ganz junge Kinder noch nicht so viele Worte, um lange Gespräche führen zu können. Oder um etwas besprechen zu können, bis alle zufrieden sind.
Denn sie haben noch nicht gelernt, zu sagen, wie es ihnen geht.
Oder was sie wollen.
Also schreien sie oder hauen sie, damit die Leute merken, was los ist.

Wenn Kinder älter werden, dann lernen sie mehr Worte.
Sie brauchen aber einen Erwachsenen, bei dem sie sich abschauen können, wie man einen Streit friedlich klärt. Und der ihnen zeigt, dass sie zum Beispiel auch in ein Kissen boxen können, wenn sie wütend sind.
Wenn es solch einen Erwachsenen nicht gibt, dann fällt Kindern nicht ein, was sie außer Schreien und Drohen und Prügeln machen können.
Also leben sie immer so weiter.
Sie werden größer und älter und schreien, drohen und prügeln.
Sie werden erwachsen und schreien, drohen und prügeln.

Und wenn viele solcher Erwachsene auf der Erde leben, und anfangen, sich zu streiten, dann kann es sein dass ihr Streit immer größer wird. Immer mehr Leute machen dann mit und schreien, drohen und prügeln sich.
Das nennt man dann Krieg.

Vielleicht möchtest du nun wissen, was wir tun können, damit die Kriege aufhören?
Eines ist besonders wichtig:

Wir sollten uns alle überlegen, ob WIR gut Dinge besprechen und Streit klären können.
Wenn du merkst, dass du das noch nicht so gut kannst, macht das nichts.
Du kannst ja jeden Tag versuchen, es ein wenig besser zu machen.

Die Kinder und Erwachsenen um dich herum werden sich das Streit-gut-klären dann ohne es zu merken bei dir abschauen!
Kannst du dir das vorstellen?
Und es geht noch weiter:
Die Leute, die es sich bei DIR abgeschaut haben, laufen dann ja selbst herum und können besser Streit klären.
Das merken andere Menschen um sie herum und schauen es sich dann dort ab.
Und es geht immer so weiter!

So schaffen wir es, dass es auf der Welt immer mehr Menschen gibt, die gut streiten können und keinen Krieg mehr brauchen.“

 

 

Möchtet ihr auch Anregungen, wie ihr eine bestimmte Kinderfrage bedürfnisorientiert beantworten könntet?
Dann schickt die Frage zusammen mit Namen und Alter eures Kindes an Mamagogik@gmail.com. Vielleicht seid ihr dann schon im nächsten Teil unserer Serie dabei!

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Kategorie Elternschaft

Hallo! Ich heiße Luisa Marinelli, bin 30 Jahre alt und komme aus dem schönen Südhessen. Dort lebe ich mit meinem Lebensgefährten und unseren zwei Katern. Seit 2006 bin ich Erzieherin und im Kindergarten tätig. Dort arbeite ich bedürfnisorientiert und verschlinge in meiner Freizeit zahlreiche Literatur, um mich weiter zu bilden. Es ist mir wichtig, Kindern auf Augenhöhe zu begegnen und ein Miteinander zu leben, das auf gegenseitiger Achtung basiert. Seit einiger Zeit schreibe ich unter dem Namen "Luma Ri" über die bedürfnisorientierte Arbeit im Kindergarten - und nun auch hier, bei Mamagogik. Ich freue mich auf die Zeit mit euch! :)

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