Kindgerecht: „Warum kann ich nicht zum Mond fahren?“

 

 

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In unserer neuen Reihe „Kindgerecht“ möchten wir euch Beispiele zeigen, wie ihr auch anspruchsvolle Dinge mit Kindern bedürfnisorientiert besprechen könnt.

Sarafina (3) fragt ihre Mama:

„Warum kann ich mit meinem Dreirad nicht zum Mond fahren?
Man kann ihn doch so gut sehen! Dann muss er doch ganz nah sein!
Mama, kannst du zu ihm?“

Luisa meint dazu:

Hallo Sarafina!

Ich habe zwei verschiedene Antworten für dich.
Je nachdem, worum es dir geht, passt die eine. Oder die andere. (Vielleicht gibt es auch noch weitere, von denen ich nichts weiß).

Wenn du vor mir stehen und mit mir sprechen könntest, dann würde ich vielleicht spüren, worum es dir geht.
Weil du aber weit weg bist, schreibe ich dir nun einfach mal beide Antworten hier hin:

Sarafina,

Du möchtest so gerne zum Mond fahren. So, wie du auch zum Hoftor fährst. Oder zu einem Baum, der weit weg ist.
Es würde dir Spaß machen, den Mond zu erreichen, stimmt’s?

Bestimmt würdest du auch ganz ganz lange fahren, wenn du wüsstest, dass du ihn dann erreichst, oder?
Du würdest Mama und Papa schnappen.
Und einen Rucksack voll mit Essen und Trinken.
Und dann würdet ihr euch auf den Weg machen!
Ihr müsstet vielleicht sogar draußen übernachten, weil der Weg ja so lang wäre!
Aber das würdest du gerne machen.
Weil du ja wirklich zum Mond willst!
Oh, das wäre ein tolles Abenteuer! „

und

Liebe Sarafina!

Der Mond ist ein Ding, was hoch am Himmel hängt.
So wie ein Vogel, der da oben fliegt.Der Vogel setzt sich manchmal auf den Boden, um auszuruhen.
Der Mond bleibt immer am Himmel hängen.

Die Menschen haben sich ausgedacht, wie sie zum Mond kommen können:
Sie haben eine Rakete gebaut.
Damit fliegen sie manchmal bis zum Mond!
Wenn sie dort sind, laufen sie auf ihm herum und schauen sich alles genau an.

Das dürfen Erwachsene machen, die ganz viel dafür geübt haben.
Sie haben Sport gemacht, damit sie gut auf dem Mond herumlaufen können.
Sie haben viel über den Mond gelernt. So haben sie gemerkt, was schon erforscht ist.
Den Rest wollen sie jetzt selbst erforschen!

Wenn deine Mama das alles übt und lernt, kann sie vielleicht auch mal zum Mond fliegen.
Und wenn du das alles übst und lernst, und wenn du erwachsen bist, kannst du es vielleicht auch!“

Möchtet ihr auch Anregungen, wie ihr eine bestimmte Kinderfrage bedürfnisorientiert beantworten könntet?
Dann schickt die Frage zusammen mit Namen und Alter eures Kindes an Mamagogik@gmail.com. Vielleicht seid ihr dann schon im nächsten Teil unserer Serie dabei!

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Kategorie Elternschaft, Elternschaft

Hallo! Ich heiße Luisa Marinelli, bin 30 Jahre alt und komme aus dem schönen Südhessen. Dort lebe ich mit meinem Lebensgefährten und unseren zwei Katern. Seit 2006 bin ich Erzieherin und im Kindergarten tätig. Dort arbeite ich bedürfnisorientiert und verschlinge in meiner Freizeit zahlreiche Literatur, um mich weiter zu bilden. Es ist mir wichtig, Kindern auf Augenhöhe zu begegnen und ein Miteinander zu leben, das auf gegenseitiger Achtung basiert. Seit einiger Zeit schreibe ich unter dem Namen "Luma Ri" über die bedürfnisorientierte Arbeit im Kindergarten - und nun auch hier, bei Mamagogik. Ich freue mich auf die Zeit mit euch! :)

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