Zimmeraufteilung bei Geschwistern

Vor ein paar Tagen war ich zu Gast in einem Kindermöbelhaus . Hier konnte ich allerhand Inspirationen für das Einrichten von Kinderzimmern finden. Es gab mitunter auch Betten, die extra dafür ausgelegt waren, zwei Kinder in einem Zimmer unterbringen zu können. Und da kam bei mir die Frage auf, ob sich die Milchschnute wohl auch einmal ein Zimmer mit ihrem Geschwisterchen teilen wird?

Der Eindringling im Kinderzimmer

Kurz bevor ich 5 Jahre alt wurde, bekam ich einen neuen Mitbewohner: meinen Baby-Bruder. Zuvor hatte ich meine ca. 8qm ganz für mich alleine. Ich hatte genug Platz für mein Spielzeug, Bett, Kleiderschrank und natürlich mein Sammelsurium an Spielzeug und wertvollem Klimbim. 
Dann zog mein Bruder und mit ihm seine Babywiege, in mein Zimmer ein. Noch war er platzsparend, jedoch ziemlich laut. Ich dachte, wenn ich ihm auf den Bauch drücke und er anfängt zu weinen, dann bringen meine Eltern ihn wieder weg.
Er blieb. Und ich bekam ein Hochbett. So eines hatte ich mir schon immer gewünscht und durch dieses Bett konnte ich den Eindringling etwas besser akzeptieren. Ausserdem hatten wir nun auch wieder mehr Platz.
Viele Jahre vergingen und wir teilten uns ein Zimmer. Ein Zimmer in dem wir miteinander Playmobil-Welten erschufen, Grenzen absteckten und abends gemeinsam Hörspielen lauschten. Wir weckten uns gegenseitig, wenn wir Angst hatten, hauten uns so manches Mal die Köpfe ein und erzählten uns Geschichten. 
Irgendwann wurden wir älter. Der Altersunterschied schien noch Größer und das Zimmer wurde immer kleiner. Mit 14 Jahren zogen wir um und ich bekam endlich wieder mein eigenes Reich.

Dass wir uns heute heiss und innig lieben, mag an unserer Charaktere liegen, daran dass wir Geschwister sind, oder aber auch daran, dass wir uns 9 Jahre lang ein Zimmer geteilt haben. Wir mussten uns arrangieren, Rücksicht aufeinander nehmen, zurückstecken. Aber es war auch immer jemand da, wenn man ihn brauchte.

Welchen Mehrwert bringen geteilte bzw. getrennte Zimmer?

Dass wir uns für die Milchschnute mindestens ein Geschwisterchen wünschen, ist für uns sonnenklar. Ich bin froh einen Bruder wie Meinen zu haben. Einen Verbündeten, den nichts von mir trennen kann, auch keine getrennten Zimmer, Wohnungen, Städte.

Wenn ich allerdings zurückschaue, weiß ich, dass mir oft ein Rückzugsort gefehlt hat. Dass unser Zimmer schnell im Chaos versank, weil einfach zu wenig Platz für zwei spielende Kinder vorhanden war. 
Und deshalb frage ich mich, ob es für die Milchschnute wirklich von Mehrwert wäre, sich ihr Zimmer für eine Weile mit ihrem Geschwisterchen zu teilen, oder ob ich ihr da nicht doch zuviel Raum zur Entfaltung nehme? Ob die Erfahrung des Zusammenseins wirklich wichtiger ist, als ein eigener Rückzugsort?

Und dann wurde ich auf diesen Artikel* aufmerksam gemacht. In diesem Text geht es um die Frage, ob Geschwister sich ein Zimmer teilen sollten und wenn ja, auf was die Eltern achten sollten. Besonders informativ finde ich das Interview mit der Psychologin, die genau erklärt, welchen Wert ein gemeinsames Reich haben kann und vor allem, wann unbedingt davon abzuraten ist, die Kinder gemeinsam unterzubringen.

Ich finde den Artikel sehr informativ und lesenswert. Besonders wenn bei euch gerade eine Umstrukturierung in Sachen Kinderzimmer ansteht, kann dieser Artikel sicherlich hilfreich sein.

Der Master-Plan

Ob die Milchschnute von vornherein ihr Zimmer teilen wird oder weiterhin, so wie jetzt, ein eigenes Zimmer behalten darf werden wir wohl davon anhängig machen, wie weit die Geschwister altersgemäß auseinander liegen. Ich denke, wenn es nur 2-3 Jahre sind, können sie sich gut ergänzen und für ein paar Jahre die Vorzüge des nicht-allein-sein geniessen können. Wichtig finde ich aber die Möglichkeit des Rückzugs. Vielleicht können die Geschwister ein gemeinsames Schlafzimmer haben und ein weiteres Spielzimmer, in dem genug Platz zum spielen ist und somit auch immer ein Rückzugsort gegeben ist. Und wenn die Interessen dann doch mal zu weit auseinander gehen, gibt es immer noch die Möglichkeit, die Zimmer so zu teilen, dass jedes Kind seinen eigenen Raum hat.

Einladung zur Blogparade

Ich dachte mir ich starte zu diesem Thema mal eine Blogparade, weil ich es wirklich interessant finde, wie eure Erfahrungen mit getrennten bzw. geteilten Zimmern so sind.

Wie seht ihr das denn? Welche Erfahrungen habt ihr in eurer Kindheit gesammelt? Fandet ihr es schön euer eigenes Zimmer zu haben, oder habt ihr vielleicht gern euer Zimmer mit eurem Geschwisterchen geteilt? Vielleicht habt ihr es auch gehasst und habt euch eingeengt gefühlt?

Wie haltet ihr es bei euren Kindern? Wie kommen sie damit zurecht? Profitieren sie von eurer Zimmeraufteilung oder wünscht sich eure Familie ein neues Konzept?

Was ist eurer Meinung nach das Geheimrezept dafür, dass geteilte Zimmer funktionieren? Oder wie schaffen eure Kinder es, trotzdem so eng miteinander zu sein, auch wenn jedes Kind sein eigenes Zimmer hat?

Die Blogparade setze ich bis zum 31. Juli 2015 an und am Ende werde ich eure Geheimnisse und Erfahrungsschätze zusammenfassen. Wenn ihr ein paar Bilder von den Geschwister-Kinderzimmern zeigen wollt, fände ich es super. Das kann sicherlich dem Einen oder Anderen als Inspiration dienen.

Alle Nicht-Blogger sind natürlich herzlich dazu eingeladen unter diesem Artikel wie wild von ihren Kinderzimmer-Geschichten zu berichten.

Bis dann,

eure Sarah

*sponsored link – Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit einem Kooperationspartner. Ich gehe grundsätzlich nur Kooperationen ein, die meine Interessen und die Absichten des Blogs widerspiegeln. Meine Meinung wird hierdurch nicht beeinflusst. Empfehlungen gebe ich mit bestem Gewissen weiter.

Bildrechte Teaser und Feature-Image: pixabay.de

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Autor

Hi, mein Name ist Sarah, ich bin 30 Jahre alt und lebe als Sozialpädagogin mit meiner Tochter, unserem Labrador und meinem Partner in Heerlen/Niederlande. Ich habe Mamagogik 2014 ins Leben gerufen, weil ich es liebe zu schreiben, meine Gedanken mit anderen zu teilen und mich auszutauschen. In meiner Arbeit ist es mir wichtig die Stärken der Menschen zu sehen und ihnen auf gleicher Augenhöhe Respekt für ihre Situation aufzubringen.

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