#momsrock – Jeder Tag ist Muttertag

Titelbild zur Blogparade momsrock
Blogparade von Lucie Marshall

Vor einigen Wochen bin ich über die Blogparade von Lucie Marshall gestolpert. Es geht darum, dass wir Mütter viel zu selbstkritisch sind und uns das Leben als Mütter häufig auch gegenseitig einmal schwer machen. Wir mäkeln nicht nur an uns selbst, sondern auch an anderen Mamis herum.

Ich hatte die Blogparade schon beinahe wieder vergessen, da entdeckte ich zwei ganz besonders tolle Postkarten, die ganz toll zu diesem Thema passten und gerade zu danach schrieen verschickt zu werden. Dazu aber gleich mehr.

Es ist also an der Zeit um einmal ein kollektives Schulterklopfen zu starten und ich reihe mich da gerne ein.

Das habe ich als Mama richtig gut gemacht

Meine Rolle als Mama erfülle ich erst seit 14 Wochen, aber jeder der ein Baby hat oder bereits hatte, weiß dass es besonders intensive 14 Wochen sind.
Aber eigentlich bin ich ja bereits Mama, seitdem ich ungläubig zwei Streifen auf dem Plastikdingen gesichtet habe. Seit dem Tag, an dem ich wusste, dass ich schwanger bin, war ich eine Mama. Und seitdem habe ich eine Menge Dinge richtig gut gemacht:

Verzicht ist glaub ich eine Verhaltensweise, die viele Mamas nur zu gut kennen. Es beginnt damit, in der Schwangerschaft auf das Baby Rücksicht zu nehmen und kann in kompletter Selbstaufgabe enden, indem man sich als Mama keine Zeit mehr für sich selbst gönnt.
Ich habe in meiner Schwangerschaft auf einige Nahrungsmittel verzichtet, die ich kläglich vermisst habe. Aber der größte Verzicht war es, im 7. Schwangerschaftsmonat nicht auf ein bestimmtes Festival zu fahren, was seit einigen Jahren feste Tradition war. Ich hatte einfach zu viele Bedenken meinem Baby mit der lauten Musik oder den Menschenmassen zu schaden.

Nähe ist nicht erst nach der Geburt eines Babys sehr wichtig. Ich habe meine Kugel täglich mehrmals gestreichelt und mit meinem Baby gesprochen, damit wir auch schon in der Schwangerschaft eine Bindung aufbauen können. Ich habe aber auch den Papa dabei eingebunden und besonders in den ersten Wochen nach der Geburt darauf geachtet, dass es ganz viel Papa-Milchschnute-Zeit gibt, auch wenn mich das manchmal ein wenig eifersüchtig gemacht hat.

Tapferkeit ist nicht nur eine ritterliche Eigenschaft, sondern auch eine mütterliche. Bereits beginnend mit der morgendlichen Übelkeit, die einem den Tag bereits morgens so richtig versauern konnte. Aber ich habe sie überwunden.
Zahnarztbesuche verlangen von mir einiges an Tapferkeit ab. Ich hätte allerdings nie gedacht, dass ich so tapfer sein kann, wie ich es unter der Geburt war. Jede Frau, die so etwas einmal durchgestanden hat, sollte eigentlich eine Tapferkeitsmedaille erhalten. Es ist unvergleichlich, heftig und unvorstellbar. Die Schmerzen, die Emotionen und das Gefühl, seine psychischen und körperlichen Grenzen neu gesteckt zu haben. Das macht mich stolz- und ein kleines bisschen unbesiegbar 😉

Belastbarkeit spielt in den ersten Wochen und Monaten mit einem Baby eine große Rolle. Man schläft zu wenig, bekommt vom Babygeschrei Ohrensausen und der einzige Ort, an dem man mal für sich ist, ist das Badezimmer (und auch das ist kein Garant). Aber irgendwie steht man es durch. Denn immer dann, wenn man am Ende ist, schaut man in diese wunderschönen Augen, die dein Herz erwärmen und man atmet tief durch und macht weiter.

Das Beste, das was ich also am aller, allerbesten hinbekommen habe – der Erfolg auf der ganzen Linie sozusagen –das strahlt mich mindestens einmal täglich an. Und wenn ich die Milchschnute so ansehe, dann weiß ich gar nicht genau, wie ich das hinbekommen habe. Wir haben es gemacht, ich habe es ausgebrütet und nun ist es da. Mein ganzer Stolz!

Ich glaube dass es vielen Müttern genauso geht. Und obwohl wir uns alle sehr ähneln, in dem was wir uns wünschen oder in dem was wir empfinden, konzentrieren viele Mütter sich doch zu oft darauf, was sie voneinander unterscheidet. Denn Jede hat ihre Meinungen, ihre Erfahrungen und ihre Techniken, die sie zu einer völlig einzigartigen Mama machen.

Doch ich möchte mich genau bei den Mamas bedanken, die mir völlig wertfrei entgegen kommen, mir mit Rat und Tat beiseite stehen und mich nicht verurteilen, hinterfragen oder verunsichern. Auch sie sind wunderbare Mamas die sehr stolz auf sich sein können und darauf, wie sie das Mama-Dasein rocken.

PostkarteMamasEngel

Die Postkarte die ich meiner Mutter zugeschickt habe

Ich habe diese Karte an meine eigene Mutter geschickt, weil ich ihr einfach mal außerhalb der Muttertages danken wollte.
Durch meine eigene Mutterschaft weiß ich nun, was sie in ihrem Leben geleistet hat, oder kann es mir zumindest ansatzweise vorstellen. Auch wenn ich vielleicht nicht alles genauso machen werde wie sie, weil wir einfach zu verschiedenen Zeiten Mamas geworden sind, ist sie mir ein großes Vorbild. Durch sie weiß ich, was es bedeutet eine liebevolle, rücksichtsvolle, verantwortungsbewusste und vor allem verlässlich Mama zu sein. Das hat sie fabelhaft hinbekommen, wie ich finde. Und nur weil ich weiß, wie es sich anfühlt als Kind so geliebt zu werden, bin ich ebenfalls im Stande dazu, dieses Gefühl weiter zu tragen.

PostkarteMuttifunktionstalent

Diese Karte schickte ich an meine Tante

Eine weitere Karte ging an meine Tante. Dadurch dass sie nur 5 Jahre älter ist als ich, war sie immer ein Vorreiter in Sachen Entwicklung für mich. Vom ersten Liebeskummer, bis hin zum ersten Kind – alles hat sie vor mir durchlebt. Und weil sie es alles vor mir durchgemacht hat, konnte sie mir immer eine gute Stütze sein. Seitdem ich Mama bin, ist es mir um so wichtiger mich mit ihr auszutauschen, gerade auch, weil ihr zweites Baby nur 3 Monate älter ist, als Meines.
Nun ist das Leben als Mama von nur einem Kind schon sehr anstrengend. Als mom-of-two allerdings, so scheint es mir, manchmal kaum zu bewältigen. Und wenn die Milchschnute vor Bauchschmerzen nur so schreit und ich mich überlastet fühle, dann kann ich mir nur schwerlich vorstellen, wie es wohl ist, noch ein älteres Kind zu haben, das einen fordert und auch braucht. Diesen Seiltanz stelle ich mir wirklich schwer vor, aber sie bekommt ihn hin. Manchmal schwingt das Seil und sie muss sich wieder ein wenig ausbalancieren, aber sie bekommt es hin. Und das wirklich gut. So gut, dass ich weiß, dass ich davor keine Angst haben muss es ihr irgendwann nach zu tun.

Und auch wenn diese Mamas keine Karte bekommen haben, möchte ich ihnen sagen, dass sie das ganz toll machen:

Zum Einen meine Freundin und ehemalige WG-Mitbewohnerin, die ihren Master-Abschluss schwanger und mit Baby grandios gemeistert hat. Und das, obwohl es eines dieser Babys war, das sich kaum ablegen ließ und ganz viel Mama wollte. Das zeigt mir wirklich, dass man als Mama auch Dinge gewuppt bekommt, die einen doppelt fordern.

Dann wäre da noch eine weitere Freundin, die in den letzten Monaten sehr unter der Atemwegserkrankung ihres Babys zu leiden hatte. Von den ständigen Arzt und Krankenhausbesuchen mal abgesehen, kann ich es mir kaum ausmalen, wie schlimm es für sie sein musste, ihr Baby so leiden zu sehen und jeden Tag aufs Neue stark zu sein und alles daran zu setzen, dass es dem kleinen Schatz wieder besser geht.

Und ich möchte auch allen anderen Mamas ans Herz legen, stolz auf sich zu sein. Allen Mamas denen das Wohl ihres Kindes so sehr am Herzen liegt, dass sie selbstlos und bedingungslos lieben. Denn dass das nicht selbstverständlich ist, weiß ich nur zu gut durch meinen Beruf und meine Arbeit in der Kinder- und Jugendhilfe.

Ich danke Lucie Marshall für diese wunderbare Blogparade und wer auf so ein schönes Thema kommt, kann ebenfalls stolz auf sich sein.

 

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Kategorie Eltern, Elternschaft
Autor

Hi, mein Name ist Sarah, ich bin 30 Jahre alt und lebe als Sozialpädagogin mit meiner Tochter, unserem Labrador und meinem Partner in Heerlen/Niederlande. Ich habe Mamagogik 2014 ins Leben gerufen, weil ich es liebe zu schreiben, meine Gedanken mit anderen zu teilen und mich auszutauschen. In meiner Arbeit ist es mir wichtig die Stärken der Menschen zu sehen und ihnen auf gleicher Augenhöhe Respekt für ihre Situation aufzubringen.

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