Mutterschaftskodex – Darf die Schwangerschaft eigentlich auch ätzend sein?

Heute war es tatsächlich so weit: als ich aufwachte, war der Platz neben mir leer. Weder Kissen noch Mann waren anwesend und das, obwohl wir zusammen ins Bett gegangen waren und heute morgen auch keine Termine anstanden. Ich konnte mir denken, wo er war und warum er lieber woanders schlief…

Bereits vor einigen Wochen hatte ich mich mit dem Thema befasst, als mir die liebe Janina vom Herzmutter-Blog mit ihrem Artikel ein wenig Mut machen wollte.

Vor einigen Tagen stieß ich wieder auf das Thema, als ich mir den Post der schwangeren Bloggerin Anna Frost alias Fashionpuppe durchlas.

Ich muss gestehen, seit ich schwanger bin, könnte ich stundenlang vor Plattformen wie Pinterest oder Instagram hocken (tue ich auch) und mir tolle Fotos von schwangeren Frauen anschauen. Meist posieren sie schlank in irgend einem Rapsfeld und nur die kleine Kugel verrät, dass sie schwanger sind. Sie berichten davon wie sehr sie sich auf ihr Kind freuen, kaufen in Highheels teure Markenkleidung für ihre Kleinsten und berichten von ihren perfekten 9 Monaten Schwangerschaft. So weit, so gut.

Eigentlich gibt es daran ja auch nichts verwerfliches. Es gibt sie sicher, die perfekte Schwangerschaft in der alles rosig verläuft, die werdende Mama stets gesund und gut gelaunt aussieht und nur 12 Kilo zunimmt. Und es gibt sicherlich noch weitaus schlimmere Schangerschaften als meine, das will ich auch gar nicht abstreiten.

Allerdings geht es mir hier um die breite Masse, von der ich glaube, zu wenig gesprochen bzw. geschrieben wird. So wie Anna und Janina schon geschrieben haben: entweder können sich die Frauen nicht mehr daran erinnern, weil die Muttergefühle nach der Schwangerschaft einfach so überwältigend waren, oder sie nehmen Rücksicht auf ihre Umwelt, weil sie davon ausgehen, dass niemand gern eine schwangere Frau klagen hören möchte. Das passt nicht ins Bild, ihr versteht?!

Jedenfalls habe ich mir nun gedacht, auch nach den jüngsten Ereignissen am heutigen morgen: ich berichte mal, wie die Schwangerschaft auch sein kann, so völlig real und ohne Glitzer und Konfetti.

10 Dinge die das Rosa aus der Schwangerschaft nehmen

Die Morgenübelkeit

dauert nicht nur den ganzen Morgen und ist am Vormittag dann plötzlich wieder verschwunden. Nein, sie kann dich im ersten Schwangerschaftsdrittel ganz locker mal den ganzen Tag ans Bett fesseln. Und auch wenn du dich in der gesamten Schwangerschaft nicht übergeben musstest, muss es nicht heißen, dass du weniger leidest. Diese latente, unterschwellige Übelkeit lässt die Tasse Tee und die Scheibe Zwieback wie einen kulinarischen Mount Everest wirken und du musst dich wirklich überwinden, dieses Hindernis am frühen Morgen zu bewerkstelligen. Davon mal ab, kann ich den Tipp mit den kleinen Schlücken Tee am Bett und der Scheibe Zwieback oder Knäckebrot echt empfehlen. Ich hätte danach zwar kein 5-Sterne-Menü essen können, aber wenigstens konnte ich einige Minuten danach vom Bett auf das Sofa wandern.

Ständige Müdigkeit

versalzt dir außerdem das erste Trimester. Schuld daran soll die Hormonumstellung sein. Ich war jedoch der felsenfesten Überzeugung von einer Tse-Tse-Fliege gestochen worden zu sein. Du fühlst dich kraftlos, unmotiviert und deine Augenlider wiegen mindestens 5 Kilo. Mein Gedanke dabei war, dass ich den Hut vor jeder Frau ziehe, die in dieser Phase tatsächlich noch voll berufstätig ist. Ich hätte es wahrscheinlich nicht geschafft, ohne im Stehen einzuschlafen. Da hat sich das Beschäftigungsverbot doch tatsächlich ausgezahlt.

Das Gefühls-Chaos

hatte ich mir immer so vorgestellt, dass schwangere Frauen in einem Moment die beste Laune haben und im nächsten Moment absolut zickig sein können. Oder bei jedem Hauch von Emotionalität in Film oder Werbung direkt die Niagara-Fälle aus den Augen treten lassen können. Hm, gar nicht so ein großer Unterschied zur PMS-Stimmung, dachte ich – falsch! Natürlich gibt es diese Situationen, die so schnell wieder gehen, wie sie gekommen sind.
Es gibt da aber auch diese ambivalenten Gefühle in dir, die sich manchmal depressiv anfühlen und du dich einfach nur mies fühlst, weil du dich nicht 24/7 über deine Schwangerschaft freust. Du hast gerade erfahren dass du schwanger bist und du freust dir die berühmte Kirsche an den Hintern? Das ist gut möglich. Aber irgendwann kommen sie, die Sorgen und Ängste. Bin ich bereit Mutter zu werden? Was verpasse ich alles? Nichts wird mehr so sein wie es war. Was ist wenn das Baby nicht gesund ist oder der Partner sich doch nicht so freut, wie er vorgibt? Was wird aus meiner beruflichen Zukunft? Was ist wenn das Baby mich nicht mag?
Auch diese Gedanken haben wir der Hormonumstellung in unserem Körper zu verdanken, aber sie machen dir andauernd ein schlechtes Gewissen, denn schließlich sollst du dich über dein Baby freuen. Das tust du auch, aber nicht permanent. Und diese Ängste wecken vielleicht eine neue Angst in dir: was ist, wenn ich an einer Schwangerschaftsdepression und später Wochenbettdepression leide? Du fühlst dich jedenfalls ständig nicht normal und das setzt dich unter Druck. Schuld daran ist sicherlich dieses allgemeine, gesellschaftliche Bild wie eine Schwangere denn bitte zu sein hat – und diese Monster-Hormone. Sollte dies alles auch auf dich zu treffen, kann ich dir nur empfehlen, dich mit Müttern deines Vertrauens auszutauschen, denn wenn sie ehrlich sind, geben sie zu, dass es ihnen in der Schwangerschaft genauso ging. Setz dich nicht all zu sehr unter Druck und entspann dich so oft du kannst. Du wirst schnell merken, dass du in der Schwangerschaft genau so wie vorher auch, mal gute und mal schlechte Tage hast.

Glänzendes Haar und rosige Haut

haben auch irgendwie auf sich warten lassen. Es stimmt dass die Haare in der Schwangerschaft so gut wie gar nicht ausfallen (das kommt dann wohl dafür büschelweise nach der Geburt), aber glänzender wurden sie dadurch nicht. Im Gegenteil, meine Kopfhaut wurde mit einem Mal viel empfindlicher und juckte andauernd, sodass ich das Shampoo wechseln musste. Und auf das klare, gesunde Hautbild habe ich auch endlos gewartet. Ich bekam Pickel im Gesicht und am Décolleté, was mich Hauttyptechnisch wieder wie eine 14-jährige wirken ließ. Klar, es ging nach einigen Wochen wieder weg. Dafür versetzt die Wasseransammlung in meinem Körper, meinem Gesicht mittlerweile eine Mondgesichtsform bei der man nach Gesichtskonturen lange suchen kann. Besonders morgens sehe ich richtig schön aufgeschwemmt aus.

Kindsbewegungen

sind das große Wunder in der Schwangerschaft. Wenn du sie das erste Mal spürst, ist es ein unbeschreibliches Gefühl, dass dir niemand mehr nehmen kann. Es ist der erste Schritt zur Mutter-Kind-Beziehung und du könntest weinen, jedes Mal wenn du sie spürst – vor Rührung.
Ein paar Wochen später könntest du immer noch weinen, wenn du die Bewegungen spürst – diesmal jedoch, weil du dich maltretiert fühlst. Du hast das Gefühl dein Baby möchte sich gern einen eigenen Ausgang graben: durch deine Bauchdecke! Dir wird mit einem Mal schlecht während du genüßlich dein Mittagessen zu dir nimmst? Minime stemmt sich gerade gegen deinen Magen, weil es keinen Platz hat, wenn der Magen voller wird. Außerdem tritt es gern in die Nieren und gegen die Blase sowieso, das scheint so ein Pinata-Spiel zu sein. Jedenfalls macht dein Baby sich Platz, besonders gegen Ende der Schwangerschaft und das ohne Rücksicht auf Verluste. Manchmal muss ich tatsächlich wie eine Schwangere mit Tourette-Syndrom wirken, wenn ich mich in einer Unterhaltung plötzlich selbst mit einem lauten “Urgs!” unterbreche. Sorry, aber ich werde gerade innerlich missbraucht.

Fürsorglichkeit und Hilfsbereitschaft

begegnen dir die komplette Schwangerschaft. Es ist toll. Ständig bekommst du deine Wünsche erfüllt, jeder nimmt Rücksicht auf dich und jeder fasst dich mit Samt-Handschuhen an. Schließlich brütest du gerade ein kleines Wunder aus.
Dieses Wunder soll aber auch beschützt werden, und das auf Kosten deiner Mündigkeit. Deine Lieben können ihre Fürsorglichkeit dem Baby gegenüber offenbar nur äußern, indem sie dich kontinuierlich bevormunden. Amnesty International hätte mir in den vergangenen Monaten sicherlich das ein oder andere Mal unterstützend zur Seite gestanden, hätte ich auf die Verletzung meiner Menschenrechte aufmerksam gemacht.
“Lass es stehen, du darfst das nicht tragen. Ich mach das gleich!” – Danke, ich möchte es aber jetzt gern hier oder da stehen haben!
“Halt dich bitte mit beiden Händen am Geländer fest. Du könntest stürzen!” – Danke, ich bin schon mal Treppen gelaufen, ich weiß wie das geht! Und so geht es seit Monaten den ganzen lieben langen Tag.
Natürlich findest du es schön, dass dein Umfeld auf dich achtet und dich unterstützen möchte aber irgendwann sehnst du dich nach deinem selbstbestimmten Leben. Und wenn das Baby erstmal da ist, werde ich auf einem Bein hüpfend die Treppen hinunter rauschen, während ich eine dicke Zigarre rauche (auch wenn sie mir nicht schmeckt) und an den Liter Cola denke, den ich im Anschluss trinken werde.

Bewegungsfreiheit

wird scheinbar total überbewertet.
Der Bauchumfang nimmt von Woche zu Woche zu, aber dein Bewusstsein dafür nicht. Du merkst einfach nicht dass sich dein Körperradius verdoppelt hat. Und so kommt es nicht selten vor, dass du dich an der Kante der Küchen-Arbeitsplatte stößt, wenn du essen kochen möchtest. Oder du dir den Bauch stößt, wenn du zu nah mit dem Stuhl an den Tisch rückst. Und die Kugel fungiert hier nicht als Airbag, nee. Da die Haut ja ständig unter Spannung steht, kann ich dir versprechen, dass diese Stöße höllisch weh tun.
In guten Momenten kannst du über deine eigene Schusseligkeit lachen (sobald der Schmerz nachlässt natürlich), aber es gibt auch Momente, in denen macht dich deine Unbeweglichkeit völlig fertig, sodass du heulend auf dem Boden deiner Küche sitzt, weil dein Babybump dich davon abhält die Spülmaschine einzuräumen.
Vor einigen Wochen habe ich mich an der Tanksäule doch tatsächlich eingeparkt, weil ich so nah wie sonst auch, an die Säule gefahren bin. Als ich die Tür öffnete um auszusteigen, bemerkte ich, dass ich durch diese Lücke scheinbar schon lange nicht mehr durch passe. Das muss unheimlich dämlich ausgesehen haben.
Deine Bewegungsfreiheit wird außerdem von Rückenschmerzen in der Schwangerschaft eingeschränkt. Morgens nach dem Aufstehen nimmst du Oma’s Haltung ein und erinnerst dich daran, dass wir Menschen nicht immer aufrecht gegangen sind. Und wenn du dich dann auch noch mit Wassereinlagerungen in den Beinen herumschlagen musst, guckst du jedem Rentner neidisch hinterher, wenn er dich mit seinem Rollator überholt.

Isolation

ist in der Schwangerschaft sicherlich eine Einstellungssache, allerdings steckst du da schneller drin, als du glaubst. Frühestens im Beschäftigungsverbot, spätestens aber im Mutterschutz merkst du, dass du deine Vormittage ganz schnell mal allein verbringen musst. Denn die Arbeitswelt bleibt nicht stehen, nur weil du schwanger bist. Du wartest also darauf, dass deine Lieben von der Arbeit kommen, damit sich endlich mal wieder jemand mit dir beschäftigt.
Ein Hund als Kummerkasten bietet sich hier hervorragend an. Der Leela-Launebär musste in den vergangenen Monaten oftmals als Gesprächspartner dienen und sich minutenlange Monologe reinziehen, weil ich schon gar nicht mehr wusste, wie meine Stimme klingt. Über ihre gelangweilten Blicke dabei konnte ich problemlos hinweg schauen.
Und wenn du in Anwesenheit Anderer über diese Einsamkeit klagst, hoffst du vergebens auf Verständnis, denn deine Umwelt ist der Meinung, dass dieser bezahlte Langzeit-Urlaub doch ein Segen ist und du dich echt nur anstellst.

Insgesamt fühlst du dich selten verstanden, was dich nicht nur zusätzlich isoliert, sondern auch belastet. Wenn du dir Sorgen machst, heißt es: “Es wird schon alles gut gehen, mach dich nicht verrückt!” Wenn du dich über deine Schwangerschaftssymptome beklagst, heißt es nicht selten: “Du hast es ja bald geschafft!” oder “Dafür hast du ja auch bald ein kleines Wunder in deinen Armen!” oder du musst dir fantastischer Weise anhören, dass du es vielleicht bei einem Baby belassen solltest, wenn die Schwangerschaft dich so belastet. Na danke! Mit diesen Kommentaren kannst du natürlich so richtig viel anfangen. Sie bringen dich dazu dich selbst andauernd zu hinterfragen und gewisse Dinge lieber mit dir selbst auszumachen, anstatt sie mit irgend jemandem Nicht-Schwangeren zu bereden.

Und dann kommt da noch deine Unbeweglichkeit dazu. Deine Freunde wollen einen Städte-Trip machen? Sei realistisch! Du schaffst es nicht mehr. Nicht im dritten Trimester oder zumindest nicht, ohne alle 500 Meter einen Stuhl aufzusuchen. Und auch andere Unternehmungen und Aktivitäten müssen nun entweder auf dich und deine zusätzlichen Kilos abgestimmt werden. Ansonsten kannst du nur gute Miene zum bösen Spiel machen und den anderen einen schönen Tag wünschen, während du dich selbst wieder zu deinem Lieblingsplatz mit Dauerkarte rollst: dem Sofa.
Solltest du auch noch das glückliche Los gezogen haben und wegen einer drohenden Frühgeburt zur Bettruhe gezwungen werden, erklärt sich das folgende Isolationsgefühl von selbst. Da kommt es schon mal vor, dass du deinen Partner zu einem Ausflug in den Drive-In eines Fastfood-Restaurants überredest, weil du mal wieder unter Leute willst. Natürlich brezelst du dich dafür so sehr auf, dass du auch auf einer Party gut ankämst, einfach nur, um mal wieder aus dem Schlabber-Look heraus zu kommen.

Krankheiten

in der Schwangerschaft müssen heldenmäßig durchgestanden werden, denn Medis darfst du ja nicht einnehmen, zumindest nicht ohne schlechtes Gewissen.
Du hast Kopfschmerzen? Halt sie aus! Eine Erkältung und Halsschmerzen quälen dich? Da musst du eben durch! Denn glaub ja nicht, dass dir hier zumindest pflanzliche Medikamente verschrieben werden. Du suchst im Internet vergeblich nach Medikamenten, die in der Schwangerschaft ruhigen Gewissens eingenommen werden können. Meistens steht nämlich dann im Beipackzettel (auch bei pflanzlichen Medis), dass diese nicht bei Schwangeren getestet wurden, und somit keine Auswirkungen auf das Baby bekannt sind. Und dann setz dich mal dahin und sag: “Ist mir egal, da wird schon nichts passieren!” Rabenmutter!
Überhaupt kannst du dich darauf einstellen, dass der Apotheker stets der Meinung ist, dass dieses oder jenes Mittelchen deinem Kind ein drittes Bein wachsen lässt und auch der Zahnarzt fordert eine schriftliche Bestätigung deiner/s Frauenärztin/-arztes, wenn er dir nur eine leichte Betäubung geben muss, weil du eine Wurzelbehandlung während der Schwangerschaft bekommen musst. Vielleicht ist dieser Fakt der erste Schritt in deine neue Berufung als Super-Mom, mit der Superkraft der Unverwundbarkeit. Wenn es dir allerdings wirklich schlecht geht und du selbst bei einem Erkältungsbad aufpassen musst, wie lang du die ätherischen Öle einatmen darfst, dann kann dich das schnell deprimieren.

Erotik

geht in der Schwangerschaft zwangsläufig flöten! Hier komme ich nun endlich zu dem Grund, warum ich heute morgen allein wachgeworden bin und warum Herr Schatz ins Gästezimmer geflohen ist: Seit einigen Wochen schnarche ich scheinbar so laut, dass der arme Papi-to-be davon wach wird. In der letzten Nacht scheinen selbst die Ohrstöpsel nichts gebracht zu haben, sodass ich meinen lieben Bett-Nachbar vertrieben habe. Scheinbar lässt das viele Wasser in meinem Körper meine Schleimhäute anschwellen, was mich nachts Wälder zersägen lässt.

Aber das ist im Erotikfaktor ja noch längst nicht alles. Dein Bäuchlein wächst und du siehst immer schwangerer aus. Du bewunderst deine Kugel von oben und freust dich. Und dann suchst du mit einem Mal deine Füße, denn die siehst du nicht mehr. Von deiner Mumu ganz zu schweigen. Und die will ja auch gepflegt werden. Das erste Mal, als ich dies “blind” tat, habe ich mich bereits innerlich auf ein Blutbad eingestellt. Ein Handspiegel tut es in der Dusche auch nicht, denn du brauchst ja eine Hand zum rasieren und die andere um die Kugel etwas zu manövrieren. Nun könnte man ja daraus ein erotisches Spielchen mit dem Partner machen, aber du kommst dir einfach so hilflos dabei vor, dass bei dem Gedanken daran jegliches prickeln verschwindet. Gleiches gilt übrigens für das rRasieren der Beine und die Pediküre. Der emotionale Tiefpunkt in meiner Schwangerschaft? Ich sitze in der Duschtasse, bewaffnet mit einem Bimsstein und dem Rasierer und bemerke, dass ich in dieser Position weder an meine Beine, noch an meine Füße komme. Und um die Situation perfekt zu machen, muss ich nach meiner Mutter rufen, die gerade nach meinem Krankenhausaufenthalt für ein paar Tage bei uns war, um mir auf zu helfen. Ich kam aus dieser Position nicht mehr vor und nicht zurück. Das Ende vom Lied: meine Mum freute sich, ihrer Tochter mal wieder, wie in alten Zeiten, eine fürsorgliche Mama sein zu können und bei der Körperpflege behilflich sein zu können. Da hilft man mit seiner Hilflosigkeit noch dabei, einem anderen Menschen ein nostalgisches und schönes Gefühl zu vermitteln. Fabelhaft!


Ich möchte mit diesem Artikel niemandem das Schwanger-werden madig reden, aber vielleicht die rosa Brille ein wenig gerade rücken, die einem die Werbung oder sämtliche soziale Netzwerke versuchen aufzusetzen.

Und wahrscheinlich werde ich in einigen Wochen über diesen Artikel schmunzeln, weil die Mamigefühle meinen Kopf total benebelt haben. Aber eines weiß ich ganz genau, all das wird sich sicherlich gelohnt haben, wenn ich mein kleines Wunder endlich in den Armen halte. Sagt man doch so, oder?

 

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Kategorie Kolumnen, Schwangerschaft
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Hi, mein Name ist Sarah, ich bin 30 Jahre alt und lebe als Sozialpädagogin mit meiner Tochter, unserem Labrador und meinem Partner in Heerlen/Niederlande. Ich habe Mamagogik 2014 ins Leben gerufen, weil ich es liebe zu schreiben, meine Gedanken mit anderen zu teilen und mich auszutauschen. In meiner Arbeit ist es mir wichtig die Stärken der Menschen zu sehen und ihnen auf gleicher Augenhöhe Respekt für ihre Situation aufzubringen.