Die Folgen der Bettruhe in der Schwangerschaft

Bettruhe Schwangerschaft

Ich muss ganz ehrlich sagen, ich komme mit meiner derzeitigen Situation schlechter zurecht, als ich gedacht habe. Ich fühle mich eingesperrt, lethargisch und teilweise sogar nutzlos. Ich habe seit Tagen schlechte Laune und warte schon am Morgen darauf, dass der Tag zu Ende geht.

Vor einigen Wochen war ich gern schwanger und konnte mir kaum vorstellen, wie es wohl sein wird, wenn die Bauchwohnung wieder frei ist.

Im Moment fühle ich mich jedoch eingeschränkt und bin froh, wenn ich meinen Körper wieder für mich habe. Vielleicht ist das zum Ende der Schwangerschaft normal, vielleicht aber auch nicht.

Ich weiß jedenfalls, dass ich die letzten Wochen nicht mehr weiter so verbringen möchte. Es wird Zeit dass sich etwas ändert…

Wer diesen Blog ab und zu verfolgt, der weiß bereits, dass mein Gebärmutterhals Stress macht. Er will die kleine Zuckerschnute unter meinem Herzen lieber gestern als morgen aus ihrer warmen Höhle schmeißen. Den Grund dafür hat er mir und den Ärzten im Krankenhaus leider verschwiegen.
Und jetzt fesselt er mich ans Bett bzw. an das Sofa, verbietet mir Auto zu fahren, geschweige denn den Haushalt zu erledigen oder mich aktiv um den Leela-Launebär zu kümmern.

Kurz gesagt: Mein Gebärmutterhals und ich, wir haben Beef! Oder zumindest eine außerordentliche Diskrepanz aufgrund von Interessenskonflikten.

Die Krankenhaus-Review

Ab dem 25.07. lag ich zur Beobachtung im Krankenhaus, wie ich hier bereits berichtet habe. Nach vier Tagen durfte ich wieder nach Hause, weil die CTGs während der ganzen Zeit in Ordung waren, unsere kleine Knutschkugel völlig unauffällig war und mein Gebärmutterhals auch unter Bewegung die Füße still hielt. Das hieß für mich erstmal Waffenstillstand und freuen aufs Zuhause.

Das wurde auch echt Zeit, denn dieses herumlungern im Krankenhaus kam mir von Tag zu Tag unnützer vor.
Und als ich dann am vorletzten Tag auch noch unfreiwillig akustisch an den letzten Zügen einer fremden Geburt teilnehmen durfte, während ich im Kreißsaal am CTG angeschlossen war, war bei mir das Gefühlschaos mal wieder komplett! Die schmerzerfüllten Schreie, das Weinen und die hörbar anstrengende Arbeit der armen Mutter verfolgten mich den ganzen Tag und mein eigenes Geburtsereignis wurde immer realer. Ok, als das Baby dann schließlich weinte, verdrückte ich auf der Liege, mit dem CTG-Herzschlag meines eigenen Babys im Ohr, dann auch ein paar Tränchen. Aber die Verzweiflung der Mutter wühlte mich dann doch nachgiebiger auf.

Und als ich dann einige Stunden später auch noch ein “Proforma-Gespräch” mit dem Anästhesisten führen musste, der mich über die Risiken eines Kaiserschnittes bzw. die verschiedenen Betäubungsverfahren aufklärte, sah ich mich schon Querschnittsgelähmt mit meinem Baby im Arm aus dem Krankenhaus rollen. Oder zumindest Stuhlinkontinent. Drama Baby, Drama!

Zuhause

Es geht Heimwärts

Ich war also wirklich heilfroh mit meiner Erkältung (der Klimaanlage auf dem Kranken-Zimmer zum Dank!) und meinen geschundenen Beinen (morgendliches Wecken der Frühschicht-Schwester, bewaffnet mit der Thrombosespritze und einem Lächeln, egal ob ich meine Augen schon geöffnet hatte, oder nicht!) nach Hause zu kommen.

Meine liebe Mutti blieb daraufhin für einige Tage bei uns und passte mit Adleraugen auf, dass ich mich nicht aus der Zwangspause befreite und Dinge tat, die einen erneuten Krieg zwischen mir und meiner Cervix auslösen sollte.

Seitdem überlege ich übrigens meine Mum und den Krümelinchen-Papa als Friedensstifter bei der UNO zu melden, denn wenn es darum geht darauf zu achten, dass ich mein Friedensabkommen mit meinem feindlichen Gebärmutterhals einhalte (mehr liegen als sitzen, nichts tragen, keine anstrengenden Bewegungen usw.) da sind die beiden grandios!

Jedenfalls bin ich meiner Mutter sehr dankbar. Sie hat uns ganz toll geholfen und unterstützt. Aber nach 10 Tagen musste sie dann auch wieder nach Hause. Und da Herr Schatz jeden Tag zum lernen in der Uni ist, folgten daraufhin vier Tage voller liegen auf der Couch und Misshandlung der Fernbedienung, weil das Fernsehprogramm sooo mies ist.

Wie geht es jetzt weiter?

Ich muss wöchentlich zur Vorsorge, damit deine Ärztin die Kriegslage einschätzen kann und ich soll die nächsten fünf Wochen liegen, liegen, liegen! Etwas anderes ist im Moment auch kaum denkbar, denn wenn ich 30 Minuten sitze, schwellen meine Füße soweit an, dass ich danach kaum zu Fuß zum Sofa komme.

Eines ist jedenfalls klar: Wenn ich nicht bald etwas gegen diese miese Stimmung in mir tue, dann darf ich mich nicht über eine kurzzeitige Depression wundern.

Eine neue Haltung muss also her. Nur wie kann ich mir dieses Gefängnis hier versüßen? Im Moment habe ich dazu noch nicht die glänzende Idee. Über Anregungen würde ich mich freuen…

 

 

 

Bildquelle: pixabay.com

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Kategorie Eltern, Gesundheit & Psyche, Schwangerschaft, Vorsorge
Autor

Hi, mein Name ist Sarah, ich bin 30 Jahre alt und lebe als Sozialpädagogin mit meiner Tochter, unserem Labrador und meinem Partner in Heerlen/Niederlande. Ich habe Mamagogik 2014 ins Leben gerufen, weil ich es liebe zu schreiben, meine Gedanken mit anderen zu teilen und mich auszutauschen. In meiner Arbeit ist es mir wichtig die Stärken der Menschen zu sehen und ihnen auf gleicher Augenhöhe Respekt für ihre Situation aufzubringen.

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