Bettruhe zur Prävention in der Schwangerschaft

Willkommen im Lazarett! Seit gestern stagnieren wir. Alles muss, nichts geht.

Ich befinde mich nun in der 32. SSW und hatte gestern Mittag einen Termin zur Vorsorge bei meiner Frauenärztin. Ich hatte zuvor wieder Unterleibschmerzen und erzählte der Arzthelferin davon.

Am CTG freute ich mich, mal wieder den Herzschlag der kleinen Knutschkugel hören zu können und sie strampelte im Takt dazu.

Im Gespräch mit der Ärztin erzählte ich von den Unterleibschmerzen und bekam zur Antwort, dass auf dem CTG bereits Wehentätigkeiten aufgezeichnet wurden. Es beruhigte mich eher, als dass es mir Angst machte, weil ich so wusste, dass ich mir die Schmerzen nicht nur einrede oder überempfindlich bin.

Schwangerschaft Prävention

Bei der Untersuchung allerdings kam heraus, dass sich mein Gebärmutterhals in den letzten zwei Wochen enorm verkürzt hatte, sodass ich nun am Freitag nochmal zur Kontrolle kommen soll und bis dahin: Bettruhe! Alles andere, Belastungen oder Stress, erhöhen in so einer Situation das Risiko auf eine Frühgeburt.

Na toll, dachte ich. Die Wohnung, der Einkauf, das Kochen, die Wäsche und der Hund… Und die Klausurphase von Herrn Schatz! Das passt doch alles wieder hervorragend zusammen und löst überhaupt keinen Stress oder Druck aus.

Zuhause angekommen nahm ich meinen Platz auf dem Sofa ein und musste mich erstmal beruhigen. Alles wird gut, dachte ich mir.
Als Herr Schatz dann aus der Uni kam, erklärte ich ihm die Lage, sah ihm ins Gesicht und musste feststellen: da wird wohl jemand krank. Glasige und angeschwollene Augen, verschnupft und irgendwie gar nicht gut zurecht. Jackpot!!!

Wir hauten uns aufs Sofa, ließen uns vom Pizzaboten ernähren und ich versuchte angestrengt über das Chaos in der Wohnung und meine weiter anhaltende Wehentätigkeit hinweg zu sehen. Ich habe mir die Abstände brav eingeprägt, konnte aber ab 22 Uhr sagen, dass es vorbei war.

Und heute?

Herr Schatz fiebert vor sich hin, ist aber immer noch in der Lage, mir zu sagen, dass ich mich wieder setzen soll, wenn ich mich um ihn kümmern möchte. Der Leela-Launebär passt sich unseren Umständen scheinbar an und schläft die ganze Zeit, um uns nicht auch noch zur Last zu fallen (so ein empathischer Hund!) und ich habe zwar im Moment keine Wehen, aber ich merke immer wieder ein Ziehen im Unterleib, sobald ich mich ein wenig bewege.

Leben im Exil

Und wieder einmal fällt es mir schwer nicht traurig darüber zu sein, dass wir vor 14 Monaten so weit Weg gezogen sind. Klar, es sind nur 1,5 bis 2 Stunden Fahrt mit dem Auto, aber meine Mutter kann nicht mal eben nach der Arbeit kurz vorbei schauen oder die Schwiegermutter mal eben eine Hühnersuppe vorbei bringen. Es muss immer organisiert werden. Und nun frage ich mich mal wieder: wie soll das werden, wenn ich mit dem Baby hier bin und genau so eine Situation wieder auftaucht?
Die Familie bietet Sicherheit und das ist genau das, was mir hier mal wieder fehlt. Und dazu kommt noch mein Unvermögen, um Hilfe bitten zu können, da man ja niemandem zur Last fallen will.

Ist das schon ein Notfall?

Ich kann das irgendwie schlecht beurteilen. Wir sind ja nicht sterbenskrank. Allerdings sehr eingeschränkt und ohne Hilfe. Deswegen habe ich mal bei der Krankenkasse angerufen und mich erkundigt, ob wir eine Haushaltshilfe gestellt bekämen.

Scheinbar ist mein Kind erst ein Kind, wenn es auf der Welt ist, denn die nette Dame am Telefon erklärte mir, dass gesetzlich gesehen, die Krankenkassen erst verpflichtet sind, eine Haushaltshilfe auszusenden, wenn Kinder unter 12 Jahren im Haus leben. Also noch mehr unter 12 kann die Knutschkugel in meinem Bauch doch wohl nicht sein, oder?!
So eine unverständliche Regelung!

Und nun?

Verharren, den nächsten Fastfood-Lieferanten austesten, den Hundi nur bei Bedarf kurz vor die Tür lassen und so wenig Müll und Chaos wie möglich verursachen. Sollte es gar nicht mehr gehen, muss Mama halt doch kommen.

Ein positives hat die Sache allerdings doch: ich habe Zeit und die Muße zu bloggen bis ich umfalle :wink:

 

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Kategorie Schwangerschaft, Vorsorge
Autor

Hi, mein Name ist Sarah, ich bin 30 Jahre alt und lebe als Sozialpädagogin mit meiner Tochter, unserem Labrador und meinem Partner in Heerlen/Niederlande. Ich habe Mamagogik 2014 ins Leben gerufen, weil ich es liebe zu schreiben, meine Gedanken mit anderen zu teilen und mich auszutauschen. In meiner Arbeit ist es mir wichtig die Stärken der Menschen zu sehen und ihnen auf gleicher Augenhöhe Respekt für ihre Situation aufzubringen.

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