Projekt Achtsamkeit #2 Stress und Überforderung

Stress versus Relax

Das Thema Achtsamkeit kam mir damals das erste Mal entgegen, als ich begann mich mit meinem Burn-Out zu beschäftigen und mich fürs Yoga zu interessieren.

Für den Begriff der Achtsamkeit gibt es verschiedene Definitionen, die die Suchmaschinen so ausspucken.

Für mich bedeutet Achtsamkeit, auf sich selbst und das Geschehen um sich herum zu achten, es zu deuten und negative Auswirkungen so zu beheben, dass sie entschleunigend wirken. Sozusagen den Stress aus dem Leben zu nehmen und sich selbst und den Menschen um sich herum, etwas Gutes zu tun.

Soweit, so gut.

Seit fünf Monaten befinde ich mich nun schon in einem Beschäftigungsverbot und bin Zuhause. Im ersten Trimester meiner Schwangerschaft war das auch sehr gut, denn mir war ständig übel und ich war durch die Hormonumstellung in meinem Körper war ich wochenlang so erschöpft, dass ich tagsüber sehr viel geschlafen habe.

Im zweiten Trimester jedoch wurde mir schnell langweilig. Ich hatte wieder genug Energie um Dinge die anstanden zu erledigen und der Babybauch war auch noch nicht so enorm dass er hätte stören, oder zur Last fallen können. Ich nahm mir allerhand vor, erledigte den Haushalt, ging einkaufen und der Leela-Launebär wurde ausgiebig Gassi geführt.

Nun befinde ich mich seit drei Wochen im 3. Trimester. Ich habe immer noch viel Zeit den ganzen Tag und noch so viele Dinge, die ich erledigen möchte. Freunde besuchen und die Familie häufig sehen, mit dem Wau-Wau ausgedehnte Spaziergänge in der Sonne machen, den Wäscheberg möglichst klein halten, regelmäßig einkaufen, die Wohnung sauber halten und an meinen Projekten arbeiten.

Entspannung Pier

Seit meinem Tag auf dem Flohmarkt vor knapp zwei Wochen, von dem ich mich ganze drei Tage erholen musste, bin ich mir darüber bewusst geworden, dass mein Körper nicht mehr so kann, wie der Kopf vielleicht verlangt. Das ist wirklich schwierig, weil ich merke, dass ich da mit meinen eigenen Dämonen kämpfen muss.

Ich habe bis vor ein paar Monaten in 24-Std.-Diensten gearbeitet, nebenbei den Haushalt geführt und Beziehung, Freundschaften und Familientreffen gepflegt. Ich habe mir selbst immer viel abverlangt, oftmals viel zu viel.

Nun sitze ich Tag ein und Tag aus Zuhause und habe so viel Zeit, dass ich manchmal gar nicht weiß wohin damit. Sicher ist es ein Segen, hochschwanger nicht noch arbeiten gehen zu müssen. Allerdings besucht mich mein schlechtes Gewissen immer dann, wenn ich merke dass ich träge werde, mich ausruhe oder Dinge, die mich anstrengen oder sogar überfordern, aufschiebe.

Ich habe das Gefühl, ich muss Leistungen erbringen, weil ich ja genug Zeit dazu habe. Ich mutiere dann zum Kopfmenschen und das tut mir nicht gut, da ich ja eigentlich ein Herzmensch bin.

“Nimm dir jeden Tag die Zeit, still zu sitzen und auf die Dinge zu lauschen. Achte auf die Melodie des Lebens, welche in dir schwingt.”

Buddha (560 – 480 v. Chr.)

Ich habe mir letzte Woche überlegt, was ich denn für mein Achtsamkeitsprojekt tun könnte. Etwas das mir gut tut. Mit der Reflektion auf die Woche davor, blieb mir nur eines übrig:

Mir selbst ein zu gestehen, dass ich nicht mehr 100% geben kann und muss.

Das ist für mich wirklich harte Arbeit.
Menschen mit Helfersyndrom können oftmals nur schlecht selbst Hilfe einfordern und neigen meist zum Perfektionismus. Das ist auch mein Manko und am meisten schade ich mir selbst damit.

Schwangerschaft Unterstützung

Ich muss über meinen Schatten springen und mir eingestehen, dass ich in den nächsten Wochen Hilfe brauchen werde.
Ich muss mein schlechtes Gewissen beiseite schieben, wenn ich Herrn Schatz zum Einkauf schicken muss, während er doch eigentlich in der Prüfungsvorbereitung steckt.
Ich werde die zukünftigen Omas sicherlich das ein oder andere Mal in Anspruch nehmen müssen, auch wenn sie so weit weg wohnen und nicht nur mal eben vorbei schauen können.

Ich muss den Kopf ausschalten und auf mein Herz und meinen (Baby-)Bauch hören.

Mutterglück

Ich werde in den nächsten Wochen mein Bestes geben, um das zu verinnerlichen und dann wird es mir sicherlich auch besser gehen.

Bis dahin,

eure Sarah

Bildquelle: pixabay.com

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Autor

Hi, mein Name ist Sarah, ich bin 30 Jahre alt und lebe als Sozialpädagogin mit meiner Tochter, unserem Labrador und meinem Partner in Heerlen/Niederlande. Ich habe Mamagogik 2014 ins Leben gerufen, weil ich es liebe zu schreiben, meine Gedanken mit anderen zu teilen und mich auszutauschen. In meiner Arbeit ist es mir wichtig die Stärken der Menschen zu sehen und ihnen auf gleicher Augenhöhe Respekt für ihre Situation aufzubringen.

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