Projekt Nestbau #2: Platz schaffen

Nest Im Regal

Wenn eine Vogelmutter ein Nest bauen möchte, sucht sie sich eine geeignete Stelle, die genügend Platz für das geplante Nest hergibt.

Da wir die geeignete Stelle bereits letztes Jahr gefunden haben und in den ersten Lebensjahren der Knutschkugel hier wohnen bleiben können, müssen wir uns nur noch auf den zweiten Punkt der Vorbereitung zum Nestbau konzentrieren: Platz schaffen.

Ich wohne bereits seit 10 Jahren in einem eigenen Haushalt und durch das Zusammenziehen vom Kopfmenschen und mir, hat sich in der Vergangenheit ziemlich viel Zeugs angesammelt. Einiges davon steht schon seit Jahren im Keller oder hängt in meinem Schrank und wartet vergeblich auf einen Einsatz den es, wenn wir ehrlich sind, wahrscheinlich nie wieder geben wird.

Letzte Woche ist mir bereits aufgefallen, dass wenn jetzt hier ein neues Menschlein einziehen wird, Platz geschaffen werden muss.

Dem Chaos schon vorsorglich die Zähne zeigen

Ich habe mir letzte Woche also bereits Gedanken darüber gemacht, wie wir hier Platz für Neues schaffen können, um hinterher nicht den Namen “Hempels” an die Wohnungstür anbringen zu müssen.

Der aktuelle Vorteil an der ganzen Nestbau-Sache ist: wir haben von vornherein ein Zimmer übrig, das wir bis dato als Arbeits- und Gästezimmer genutzt haben.

Den Raum fürs Kinderzimmer haben wir also und das Arbeitszimmer zieht ins 40qm Wohnzimmer – stellt also auch kein Problem dar.

Trenne dich von Altem und mache Platz für Neues

Flohmarkt Auto

Hier mein Vorgehen in der vergangen Woche:

  1. mit einem Zettel durch die Wohnung gehen und notieren, wovon wir uns trennen wollen/können/müssen
  2. diese Dinge zusammen tragen, säubern und einkartonieren oder wegwerfen
  3. entscheiden, welche Dinge sich besser für den Verkauf im Internet oder auf einem Flohmarkt eignen
  4. Fotos von den Dingen machen, die im Internet verkauft werden sollen eine passende Beschreibung schreiben und eine Anzeige schalten bzw. eine Auktion stellen
  5. nach einem geeigneten Flohmarkt schauen und sich dafür anmelden
  6. die Flohmarkt-Schätze im Auto verstauen und auf dem Trödelmarkt die alten Stücke an den Mann/ die Frau bringen

Ja, da hatte ich in der letzten Woche ganz schön etwas zu tun, aber es hat sich gelohnt…

Lass die Kasse klingeln

Nachdem die Punkte 1-5 erledigt waren, ging es am vergangenen Sonntag ans Eingemachte: aufstehen um 4 Uhr morgens, damit man rechtzeitig am Flohmarkt-Platz ist, denn die ersten Autos werden bereits im Morgengrauen auf das Gelände gelassen und die Standplätze werden in Reihenfolge der Auto-Schlange verteilt.
Ich hatte ein paar Tage zuvor von meinem Bruder gehört, dass er mit seiner Freundin auf dem großen Flohmarkt in Dortmund einen Stand angemietet hat und ich konnte mich glücklicherweise anschließen.

Das Wetter am Tag zuvor ließ jedoch sehr zu wünschen übrig und die Wettervorhersage für den betreffenden Sonntag versprach auch nichts als Regen, sodass meine Motivation wirklich gen Null sank, obwohl ich bereits auf dem Weg in die Heimat war; den Kombi bis obenhin voll mit Lampen, Elektro- und Deko-Zeugs, sowie alten Anziehsachen, die noch gut genug aussahen, um die Kasse vielleicht ein bisschen füllen zu können.

Doch wir hatten mit dem Wetter großes Glück, und so blieb es in Dortmund nicht nur trocken – es wurde sonnig, schwül und mittags sogar brütend heiß. Der Trödelmarkt wurde deswegen gut besucht und dank der Flohmarkt-Erfahrung meines Bruders und seiner Freundin waren wir auf alle Eventualitäten vorbereitet: Verpflegung, Sitzmöglichkeiten, ein Pavillon über den Tischen (Regenfest und schattig zu gleich), sowie zeitweise netter Besuch von den Schwiegereltern und Bekannten.

Flohmarkt Stand

Fazit

Natürlich konnte ich nicht jedes Stück verkaufen und einige Dinge habe ich auch leider zu einem Betrag verkaufen müssen, der mir in der Seele leid tat, aber da ich selbst gern auf Trödelmärkten einkaufen gehe, kenne ich das ja bereits und manchmal stimmen der tatsächliche Wert für ein Stück und der emotionale Wert einfach nicht überein. Ich konnte jedoch 240€ auf dem Flohmarkt einnehmen und habe somit nicht nur Platz schaffen können, um neue Dinge für das Baby an zu schaffen, sondern ebenfalls eine kleine Finanzspritze für das geplante Babyzimmer erringen.

Allerdings war dieses Projekt auch sehr hart, wie ich Rückblickend feststellen musste. Ich muss leider gestehen, dass ich mich mit dem zusammentragen der Sachen und schlussendlich auch mit dem Tag auf dem Flohmarkt ein wenig übernommen habe. Die Autofahrt, der Geburtstag meiner Cousine am Samstag waren schon echt viel für meine 29. SSW. Die darauffolgenden 3 Stunden Schlaf waren dann natürlich ein toller Wegbereiter für einen anstrengenden Tag auf dem Trödel, mit Hitze trotz schattigen Plätzchens und führten somit zum ersten Mal zu angeschwollenen Füßen. 

Ich benötigte tatsächlich zwei Tage, um meine “Akkus” wieder aufzuladen und werde die übrigen Dinge, die ich bei diesem Mal nicht verkaufen konnte, doch erst nach der Schwangerschaft, bei einem weiteren Anlauf auf einem Trödelmarkt, versuchen zu verkaufen.

Alles in allem hat sich dieses Projekt jedoch sehr gelohnt. Die Wohnung hat nun mehr Platz und wir konnten uns von Altlasten befreien (besonders unser Keller ist nun sehr dankbar dafür, nicht mehr so vollgestopft zu sein). Ich konnte einen schönen Tag mit meinem Bruder und meiner “Schwägerin” verbringen, was mir sehr viel Spaß bereitet hat UND wir haben noch ein bisschen zusätzliches Geld für die kleine Knutschkugel übrig!

Flohrian

Da ich in dieser Woche erst am Dienstag wieder nach Aachen zurück kam und am Donnerstag wieder ins Ruhrgebiet fahre, da wir zu einer Beerdigung müssen und ich danach für ein Wochenende nach Frankfurt fahre, wird diese Woche leider zu kurz sein, um ein weiteres Projekt Nestbau zu starten.
Für die Woche darauf habe ich jedoch schon etwas geplant; was, wird jedoch noch nicht verraten.

Bis dahin,

eure Sarah

Kategorie Archiv
Autor

Hi, mein Name ist Sarah, ich bin 30 Jahre alt und lebe als Sozialpädagogin mit meiner Tochter, unserem Labrador und meinem Partner in Heerlen/Niederlande. Ich habe Mamagogik 2014 ins Leben gerufen, weil ich es liebe zu schreiben, meine Gedanken mit anderen zu teilen und mich auszutauschen. In meiner Arbeit ist es mir wichtig die Stärken der Menschen zu sehen und ihnen auf gleicher Augenhöhe Respekt für ihre Situation aufzubringen.

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