Was bisher geschah…Teil 4 oder Endorphine und Siegerurkunden

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In den zwei Tagen, in denen wir auf die Untersuchung durch den FA warteten, musste ich meine Eltern, Schwiegereltern, meinen Bruder und natürlich den Papa von meinem möglichen Bauchbewohner immer wieder zur Vernunft bringen, da ich fand, das so ein Schwangerschaftstest, so ein komisches Ding aus Plastik, noch gar nichts beweisen würde.

Da meine Kopfschmerzen und auch meine Brustschmerzen nicht von mir ablassen wollten, musste ich mich für die Arbeit krank melden. Es kam mir aber auch ganz entgegen, da ich so ein bisschen Ruhe hatte, um über einiges nachzudenken.

Ich glaube rückblickend musste ich mich einfach immer wieder beruhigen, um nicht direkt von diesen Gefühlen überrumpelt zu werden. Ich hatte einfach zu viel Angst davor enttäuscht zu werden, wenn es vielleicht heißen würde, dass ich doch nicht schwanger wäre.

Wir gingen gemeinsam zum Arzttermin. Ich gab eine Urinprobe ab und als wir uns ins Wartezimmer setzten, überkam mich irgendwie ein Glücksgefühl. Ich hatte soviel Endorphine in mir, dass ich die Auswertung gar nicht mehr abwarten brauchte.
Nach kurzer Zeit würden wir ins Besprechungszimmer gerufen. Der Krümmel-Papa fragte ganz vorsichtig, ob er mit hinein dürfe… Was war er doch süß :smile:
Die Ärztin war sehr freundlich, befragte mich nach meinem Befinden und ich erzählte ihr die Vorgeschichte. Sie fragte uns, ob wir das Baby haben wollen würden und wir sahen uns an, grinsten bis zu den Ohren und bejahten euphorisch.

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Dann ab in den Untersuchungsraum. Der Krümmelpapa setzte sich auf einen Stuhl, neben dem Untersuchungsstuhl und sah nur noch happy aus.

Und als wir da die kleine Erdnuss, unser Krümmelchen, auf dem Bildschirm sahen, da waren wir glaub ich die glücklichsten Menschen auf diesem Erdball. Wir hatten beide ‘Pipi’ in den Augen, er nahm meine Hand und das Gefühl war einfach unglaublich. Alle Sorgen und Ängste, all das Chaos der vergangenen Tage; es war alles bedeutungslos. Alles war vollkommen klar und ohne jeden Zweifel:
Wir bekommen ein Baby!

Zum Laborraum schwebte ich glaub ich, meine Brust war so voller Stolz und mein Herz voller Liebe. Und das ist nicht nur so daher geschrieben. Nie hatte ich so deutliche Gefühle in mir. Den Mutterpass trug ich wie eine Siegerurkunde mit mir. Blutabnehmen, wiegen? Ich hätte die Welt umarmen können!

Die Praxis verließen wir händchenhaltend und als kleine Familie…

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Autor

Hi, mein Name ist Sarah, ich bin 30 Jahre alt und lebe als Sozialpädagogin mit meiner Tochter, unserem Labrador und meinem Partner in Heerlen/Niederlande. Ich habe Mamagogik 2014 ins Leben gerufen, weil ich es liebe zu schreiben, meine Gedanken mit anderen zu teilen und mich auszutauschen. In meiner Arbeit ist es mir wichtig die Stärken der Menschen zu sehen und ihnen auf gleicher Augenhöhe Respekt für ihre Situation aufzubringen.

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